Sonntag, 24. Januar 2016

Zitrusfrüchte schützen vor Erektionsstörung

Eine im American Journal of Clinical Nutrition kürzlich veröffentlichte Studie zeigte, dass Männer, die häufig Flavonoide konsumieren, seltener über Erektionsstörungen klagen. 25 000 Männer im Alter zwischen 40 und 75 Jahren gestatteten den Forschern alle vier Jahre einen Einblick in ihre Ernährungsgewohnheiten. Zu Beginn der Studie gab keiner der Männer an, unter einer Erektionsstörung zu leiden. Zehn Jahre später hatte gut jeder Dritte bereits einmal Bekanntschaft mit einer Potenzschwäche gemacht. Männer jedoch, die regelmässig Früchte mit hohem Gehalt an Flavonoiden (Heidelbeeren, Zitronen) konsumierten, hatten dabei das geringste Risiko für eine Erektionsstörung. Frühere Studien hatten bereits ein geringeres Risiko für verschiedene Krankheiten bei höherer Flavonoidaufnahme nachgewiesen, darunter etwa Sterblichkeit durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Lungenkrebs kann mit Flavonoiden aus Äpfeln vorgebeugt werden.

Sonntag, 1. November 2015

Movember - Engagement für Männergesundheit zeigen

Movember ist eine Wortmischung aus den englischen Wörtern moustache (Schnurrbart) und November. Dabei lassen sich jährlich im November Männer Oberlippenbärte wachsen, um während des Monats Spenden zugunsten der Erforschung und Vorbeugung gegen Prostatakrebs und andere Gesundheitsprobleme von Männern zu sammeln. Machen Sie mit und damit auf die von viele Männern unterschätzte Bedeutung der Gesundheitsvorsorge aufmerksam.

Freitag, 27. Dezember 2013

Geschüttelt und nicht gerührt - James Bond und der Alkohol

In der Weihnachts-Ausgabe des "British Medical Journal" haben Forscher wieder mal zusammengetragen, was viele Menschen schon immer interessiert hat. So meinen Wissenschaftler um Patrick Davies von der Nottingham University, dass James Bond eindeutig zu viel Alkohol trinkt und ein hohes Risiko für Leberschäden, Potenzprobleme und Sucht trägt. Zudem liefern sie eine Erklärung, warum Bond seinen Martini nur geschüttelt trinkt. Für diese wissenschaftliche Studie „mit Augenzwinkern“  zählten sie die Drinks, die Ian Fleming seinen berühmten Helden schlürfen ließ. Nach akribischer Rechnerei stellten sie fest, dass James Bond durchschnittlich 92 Alkoholeinheiten pro Woche zu sich nimmt. Das entspricht 30 Wodka Martini, zehn Flaschen Wein oder dem Vierfachen dessen, was Ärzte in Großbritannien und Deutschland für weitgehend harmlos halten. Am seinem wildesten Tag - den hatte 007 in "Liebesgrüße aus Moskau" - kamen 50 Einheiten zusammen, also 16 Martinis oder fünf Flaschen Wein. Dass solche Mengen nicht ohne Folgen bleiben, liegt auf der Hand. Die Wissenschaftler attestieren Mister Bond ein hohes Risiko für Impotenz, Lebererkrankungen und den alkoholinduzierten Tremor. Selbst wenn er wollte, spekulieren die Forscher, könnte Bond nicht mehr zivilisiert im Glas rühren, Schütteln wohl aber ginge noch. Details zur Studie lesen Sie hier. 

Freitag, 22. November 2013

Adjustierbares Implantat bei Prostatektomie-Inkontinenz


Das ATOMS Implantat ist ein vollständig implantierbares Harnröhrenverschlusssystem zur Wiederherstellung der Kontinenz nach einer Prostataoperation. Es besteht aus einem unter der Harnröhre platziertes adjustierbares Kissen und ist für alle Grade der Harninkontinenz geeignet. Durch die Verstellbarkeit des Systems kann es an den individuellen Aktivitätsgrad angepasst werden. Im Vergleich zu anderen Systemen ist diese Anpassung ohne neuerliche Operation möglich, und es müssen keinerlei mechanische Teile (wie z.B. Pumpen) betätigen. Die Operation ist minimal-invasiv, die Operationszeit beträgt 30 bis 45 Minuten. Der Eingriff erfolgt entweder in Vollnarkose oder in Rückenmarkanästhesie. Das Implantat wird durch einen kleinen Schnitt unterhalb des Hodensacks eingebracht und das zentrale Kissen an die Harnröhre gelegt. Ein zweiter, noch kleinerer Schnitt wird links an der Schambeinregion gemacht. Unter der Haut kommt dort ein Titanport zu liegen, der für die weitere Einstellung des Systems wichtig ist. Die lagestabile Fixation des Implantats erfolgt durch eine Befestigung am unteren Schambeinast. Bei der Implantation von ATOMS werden die Netzarme des Implantats unter der Haut um eine knöcherne Struktur gelegt. Nach der Operation wird noch eine Einheilungsphase von 3-4 Wochen abgewartet.

Dienstag, 11. Juni 2013

PSA - Der Test, der stresst.

Die Bestimmung des PSA-Wertes (eines Eiweißmoleküls zur Früherkennung von Prostatakrebs) verursacht Stress. Dies fanden Wissenschaftler um JG Scott von der Mercer University in Savannah, USA heraus, in dem sie Männer befragten, die sich nach einer Erhöhung des PSA Wertes einer oder sogar mehrerer Prostatabiopsien unterzogen, die dann keine bösartigen Zellen nachwiesen. Dies ist häufig der Fall, die European Study of Screening for Prostate Cancer fand zum Beispiel heraus, dass in 75% der Männer mit erhöhtem PSA die Prostatabiopsie negativ, also ohne Krebsnachweis bleibt. In der untersuchten Patientengruppe aus New Jersey befanden sich viele Männer, die sich mehrfach einer Probeentnahme unterzogen. Mit jeder erneuten Biopsie kehrte die Angst vor einer Krebsdiagnose zurück und hielt sich somit über viele Jahre. Je länger diese unsichere und angstbesetzte Situation anhielt, desto häufiger wurden Proben entnommen. Nicht verwunderlich, bei vielen Männern stellte sich eine gewisse Frustration über das Screeninverfahren mit dem PSA Wert ein. Die Autoren fordern deshalb genaue Richtlinien und Handlungsanweisungen, wie im Falle eines erhöhten PSA und negativer Biopsie vorzugehen ist. Quelle: "Emotional Consequence of persistently elevated PSA with negativ prostate biopsies" Scott JG et al. American Journal of Cancer Prevention, 2013; 14-8.

Samstag, 4. Mai 2013

Gesundheitsbericht: Ärzte ignorieren seelisches Leid der Männer

Depression, Ängste, Sucht: Männer geraten wie Frauen in seelische Notlagen. Doch sie gelten gemeinhin nur als krank, wenn der Körper krank ist. Denn sie verschweigen häufig ihre Probleme - und Ärzte fragen selten nach. Das offenbart eine aktuelle Studie. Männer gelten nur als krank, wenn ihr Körper krank ist. Dass sie aber ebenso wie Frauen an Depressionen, Ängsten oder anderen psychischen Störungen leiden können, ist nach wie vor ein Tabuthema. Darauf macht jetzt der "Männergesundheitsbericht 2013" aufmerksam, den die Stiftung Männergesundheit und die Deutsche Krankenversicherung DKV am Mittwoch in Berlin vorgestellt haben. Im Fokus des Reports steht die psychische Gesundheit. Details zur Studie finden Sie auf Spiegel Online und hier.

Sonntag, 28. April 2013

Puls runter - länger leben.

Eine hohe Herzfrequenz im Ruhezustand geht mit einem erhöhten Sterberisiko einher. Dies zeigt eine Studie der Universitätsklinik Kopenhagen, für die erstmals 1970 3000 Männer mittleren Alters kardiologisch untersucht wurden. Im Jahre 1986 wurden diese Männer wieder untersucht. 2001 waren bereits 40 Prozent der untersuchten Männer verstorben. Nach der Analyse der Daten fanden die Wissenschaftler heraus, dass Männer mit einem Ruhepuls zwischen 80 und 90 Schlägen pro Minute ein doppelt so hohes Sterberisiko wie Männer mit einem Ruhepuls von 50 Schlägen pro Minute aufwiesen.  Lag der Puls über 90, dann verdreifachte sich das Risiko. Selbst sportlich gut trainierte Personen, mit einem erhöhten Ruhepuls wiesen eine erhöhtes Sterberisiko auf. Dass die Herzfrequenz bei körperlicher Anstrengung steigt ist normal, im Ruhezustand hingegen ist es gefährlich. Ein hoher Ruhepuls belastet das Herz und kann zu einer Herzkrankheit führen. Gesunde Menschen sollten einer Herzkrankheit frühzeitig vorbeugen, indem sie ihren Puls auf natürliche Art und Weise senken. Dazu gehören der Verzicht auf Zigaretten, die Vermeidung von Übergewicht und gesunde Ernährung. Zudem wirkt sich regelmäßige Bewegung positiv auf die Herzfrequenz aus.

Mittwoch, 10. April 2013

Prostatakrebs durch Schichtarbeit?


Wechselnde Schichten verdreifachen die Krebsgefahr für die Prostata. Forscher vermuten einen fatalen Zusammenhang mit dem Schlafhormon Melantonin. Schichtarbeit ist ungesund: „Wir wissen schon seit längerem, dass Schichtarbeiter ein erhöhtes Risiko für verschiedene Krebsarten tragen“, schreiben Tatsuhiko Kubo und seine Kollegen der Universität Kitakyushu, Japan. Frühere Studien hatten bereits ein höheres Brust- und Darmkrebsrisiko von Schichtarbeitern gezeigt. Nun haben die japanischen Forscher erstmals Hinweise dafür gefunden, dass der gestörte Tag-Nacht-Rhythmus auch die Prostata gefährdet. Die Wissenschaftler werteten dazu die Daten von mehr als 14 000 männlichen Arbeitern aus, die an einer großen japanischen Krebsstudie teilnahmen. Rund 11 200 von ihnen arbeiten tagsüber, rund 1000 während der Nacht und 1800 mussten zwischen Tag- und Nachtschichten wechseln. Im Verlauf von acht Jahren erkrankten 31 der Studienteilnehmer an Prostatakrebs. Dabei fanden die Forscher, dass Arbeiter mit rotierenden Schichten mit einer dreimal so hohen Wahrscheinlichkeit Prostatakrebs bekamen wie Studienteilnehmer, die ausschließlich am Tage arbeiteten. Das Prostatarisiko der regelmäßigen Nachtarbeiter war nur leicht erhöht. Tatsuhiko Kubo und seine Kollegen vermuten, dass die wechselnden Schichten den Melantoninhaushalt stören. Der körpereigene Müdemacher beugt vorangegangenen Studien zufolge Krebs vor. Zirkulieren geringere Mengen im Blut, könnte dies die Tumorbildung fördern. Hinzu kommt, dass Melantonin die Ausschüttung von Sexualhormonen beeinflusst, die direkt auf das Prostatagewebe wirken. Kritiker der Studie, wie Henry Scowcroft von der Charity Cancer Research in Großbritannien, monieren jedoch die geringe Zahl der aufgetretenen Fälle von Prostatakrebs: „Bis wir sicher wissen, dass ein gestörter Schlafrhythmus mit Prostatakrebs in direktem Zusammenhang steht, ist noch ein weiter Weg“, sagte er gegenüber der BBC. Er vermutet, dass ein unregelmäßiger Schichtdienst mit gesundheitsgefährdenden Verhaltensweisen wie einer ungesunden Ernährung oder Rauchen einhergeht – und dass diese hinter dem erhöhten Krebsrisiko stecken. Dagegen spricht, dass die japanischen Untersuchung einige solcher möglichen Einflussgrößen beleuchtete: Einen Zusammenhang der Schichtarbeit mit Übergewicht, Alkoholgenuss, Tabakkonsum, Bildung oder Familienstand fanden die Forscher dabei nicht.

Samstag, 23. Februar 2013

Adjustierbares Implantat bei Prostatektomie-Inkontinenz

Das ATOMS Implantat ist ein vollständig implantierbares Harnröhrenverschlusssystem zur Wiederherstellung der Kontinenz nach einer Prostataoperation. Es besteht aus einem unter der Harnröhre platziertes adjustierbares Kissen und ist für alle Grade der Harninkontinenz geeignet. Durch die Verstellbarkeit des Systems kann es an den individuellen Aktivitätsgrad angepasst werden. Im Vergleich zu anderen Systemen ist diese Anpassung ohne neuerliche Operation möglich, und es müssen keinerlei mechanische Teile (wie z.B. Pumpen) betätigen. Die Operation ist minimal-invasiv, die Operationszeit beträgt 30 bis 45 Minuten. Der Eingriff erfolgt entweder in Vollnarkose oder in Rückenmarkanästhesie. Das Implantat wird durch einen kleinen Schnitt unterhalb des Hodensacks eingebracht und das zentrale Kissen an die Harnröhre gelegt. Ein zweiter, noch kleinerer Schnitt wird links an der Schambeinregion gemacht. Unter der Haut kommt dort ein Titanport zu liegen, der für die weitere Einstellung des Systems wichtig ist. Die lagestabile Fixation des Implantats erfolgt durch eine Befestigung am unteren Schambeinast. Bei der Implantation von ATOMS werden die Netzarme des Implantats unter der Haut um eine knöcherne Struktur gelegt. Nach der Operation wird noch eine Einheilungsphase von 3-4 Wochen abgewartet.

Sonntag, 6. Januar 2013

Auch bei Männern - übermässiger Kaffeegenuss fördert Harninkontinenz

Bei Frauen schon länger bekannt ist der Zusammenhang zwischen Kaffeekonsum und unfreiwilligem Harnverlust. Dass dem auch bei Männern so ist, konnte Nicole J. Davis von der Georgia State University in Atlanta nachweisen. Sie befragte 3960 Männer zu ihren Ernährungsgewohnheiten und einer eventuell vorhandenen Inkontinenz. Die durchschnittliche Koffeinaufnahme in dieser Gruppe betrugt 169 mg pro Tag, je nach Zubereitung 1 bis 2 Tassen Kaffee entsprechend. Männer mit höherem (>234mg pro Tag) und deutlich höherem (>392mg pro Tag) Kaffeekonsum berichteten signifikant häufiger über eine moderate bis schwerwiegende Harninkontinenz. Auch als man die Auswirkungen einer Prostatavergrösserung in die Auswertung mit einbezog, liess sich der Zusammenhang nachweisen. Entsprechend den bei Frauen schon länger geltenden Empfehlungen, beim Auftreten einer Inkontinenz den Kaffeekonsum zu reduzieren, kann dies nun auch Männern angenommen und in weiteren Studien untersucht werden. Die Studie können sie im Detail hier nachlesen.

Mittwoch, 19. Dezember 2012

Erster Deutscher Männergesundheitsbericht

Die Stiftung Männergesundheit und die Deutsche Gesellschaft für Mann und Gesundheit e.V. stellten erstmals 2010 die gesundheitliche Lage, die Gesundheitsversorgung, die Lebensweisen und das Gesundheitsverhalten von Männern in Deutschland dar: Der Erste Deutsche Männergesundheitsbericht zeigt Defizite der Gesundheitsförderung und der medizinischen Versorgung der Männer auf. Er liefert damit zugleich Impulse und Fragestellungen für weitere Forschungen. Ein Kurzfassung finden sie hier.

Mittwoch, 12. Dezember 2012

Vorbeugen ist besser als heilen.

Vorbeugen ist besser als heilen. Das wusste schon der griechische Arzt Hippokrates 400 Jahre vor Christus. In unserer modernen Wohlstandsgesellschaft bekommt diese Erkenntnis besondere Bedeutung, denn mit steigender Lebenserwartung wächst auch die Zahl altersbedingter Erkrankungen, denen wir heute in vielen Fällen vorbauen können. Gleichzeitig verursachen Überernährung und Bewegungsmangel schon in jungen Jahren immer öfter sogenannte Lifestyle-Erkrankungen. Vor allem Diabetes, Fettstoffwechselstörungen, Fettleibigkeit und Bluthochdruck zählen dazu. Unser Lebensstil hat auch Folgen für Blase, Niere und Prostata, für die Fruchtbarkeit und die Potenz. Welche Erkrankungen sind vermeidbar? Welche urologischen Krankheiten sollten frühzeitig behandelt werden, um Begleiterkrankungen zu verhindern oder zu lindern? Dieser Ratgeber gibt Antworten – für Jung und Alt, für Frauen und Männer. Er bietet das notwendige Know-how,mit dem Sie vielen Erkrankungen gezielt vorbeugen können, und das bedeutet bessere Lebensqualität mit mehr Lebensfreude, die möglichst lange erhalten bleiben sollte. Umfassende Beratung zur Prävention urologischer Erkrankungen finden Sie hier.

Sonntag, 9. Dezember 2012

Abnehmen erhöht Testosteronspiegel

Für übergewichtige Männer mit niedrigen Testosteronspiegeln gibt es oft ein einfaches Gegenmittel: Abnehmen! Dies meint Dr. Francis Haynes von der Universitätsklinik St. Vincent in Dublin auf der Jahrestagung der amerikanischen Endocrine Society. Den Einfluss der Gewichtsreduktion auf den Testosteronspiegel untersuchte der Forscher jetzt anhand von Teilnehmern des US-amerikanischen „Diabetes Prevention Program“. 891 Männer mittleren Alters mit gestörter Glukosetoleranz gingen in die neue Studie ein, verglichen wurden drei Strategien: Lebensstilmodifikation, Metformintherapie und Placebo. Mit 2,5 Stunden Sport in der Woche und fettarmer, kalorienreduzierter Kost gelang es den Teilnehmern der Lebensstilgruppe innerhalb von einem Jahr fast 8 kg abzunehmen, was nicht ohne Einfluss auf das Testosteron blieb. Der Anteil der Probanden mit niedrigen Spiegeln wurde fast halbiert (von 20 auf 11 %) – während sich diesbezüglich in den beiden anderen Gruppen nichts tat. Vor einer Gabe von Testosteron sollten übergewichtige Männern erstmal an Abnehmen denken! Und dies verbessert nicht nur für den Testosteronspiegel!

Montag, 7. Mai 2012

Prostatakarzinom - oft werden Leitlinien ignoriert

Jedes Jahr wird bei 2.6 Mio. Männern in Europa ein Prostatakarzinom diagnostiziert. Der damit häufigste bösartige Tumor des Mannes hat viele Gesichter und Facetten. Tumorzellen können Jahre und Jahrzehnte ruhen, ohne dass es zu einem Ausbruch der Erkrankung kommt. Bei vier von zehn Tumoren jedoch wächst der Tumor und bildet, wenn nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, Metastasen. Für das Erkennen und Behandeln des Prostatakarzinoms wurden von erfahrenen Urologen Leitlinien erstellt und nun seit Jahrzehnten jährlich nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen aktualisiert und überarbeitet. Leider halten sich viele mit dem Prostatakarzinom befasste Urologen nicht an die Empfehlungen der Leitlinien. Dies stellte Prof. Dr. Axel Heidenreich, Urologe aus Aachen, auf dem Jahreskongresse der Europäischen Urologenvereinigung in Paris fest. Insbesondere die Anzahl der Biopsien und deren Aufarbeitung durch den Pathologen wurden kritisiert. So wurden im Jahre 2010 bei jedem zweiten Patienten nur sechs statt der in der Leitlinien geforderten mindestens acht Biopsien aus der Prostata entnommen. Auch die Kommunikation zwischen Urologe und Pathologe sei in vielen Fällen verbesserungsbedürftig, kritisierte Heidenreich. Meine Empfehlung: Lassen Sie sich in zertifizierten Zentren beraten und fragen Sie die behandelnden Ärzte, ob sich die Empfehlungen mit den Leitlinien der Fachgesellschaften decken.

Sonntag, 6. Mai 2012

Pistazien können Erektion verbessern

Dies konnten Forscher an einer kleinen Gruppe türkischer Männer zeigen, die seit mindestens einem Jahr unter einer Erektionsstörung litten. Siebzehn Probanden durften drei Wochen lang täglich 100g Pistazien verzehren. Vor und nach der Studie ermittelten die Untersucher den International Index of Erectile Dysfunktion aus einem Fragebogen zur Erektion und Erektionsstörung, untersuchten die Durchblutung des Penis mit einem Farbdoppler-Ultraschall und bestimmten die Blutfette. Erstaunlicherweise verbesserten sich alle drei Studienkriterien, und das ohne Nebenwirkungen auszulösen. Auch wenn die Studiengruppe klein und der Nachbeobachtungszeitraum kurz waren, eine durchaus erstaunliche Beobachtung. Details zur Studie finden Sie hier.

Sonntag, 15. April 2012

Inkontinenz nach Prostataoperation

Auf dem 74. Seminar des Arbeitskreises Urlogische Funktionsdiagnostik und Urologie der Frau am 30. März in Homburg, Saar sprach PD Dr. André Reitz in einer Sitzung über Kontinenzprobleme des Mannes über aktuelle Erkenntnisse zur Abklärung und Behandlung der Harninkontinenz nach radikaler Prostatektomie. Nachdem in den letzten fünf bis zehn Jahren erhebliche Fortschritte im Verständnis der Ursache, der Abklärung und der Therapieoptionen erzielt wurden, kann nun in nahezu jedem Fall eine solcher unfreiwilliger Harnverlust nach Prostataoperation erfolgreich behandelt werden.

Samstag, 17. Dezember 2011

Männersache: Buchvorstellung von Dr. Wolfram Marx

Prof. Reitz sagt im Vorwort zu seinem Buch „Vom Bauchnabel abwärts.“, dass er Männer in Bezug auf ihre Gesundheit bzw. Gesundheitsprobleme informieren und sensibilisieren möchte. Man darf ihm zum Gelingen dieses Unterfangens auf jeden Fall gratulieren! Das vorneweg.
Prof. Reitz hält, was er verspricht: Das Thema Männergesundheit, im Alltag weitestgehend ignoriert und tabuisiert, kommt endlich mal nicht medizinisch-hochtrabend auf den Tisch. Prof. Reitz präsentiert anschaulich die Entwicklung vom Knaben zum Mann-Werden, quasi vom Aufstieg zum Platzhirschen bis hin zu den Versagensängsten des in die Jahre gekommenen Mannes. Aber es bietet noch mehr. Nicht nur der natürlich zentrale gesundheitliche Aspekt wird detailliert besprochen. Endlich erhalten wir Männer mal die Messlatte gezeigt: Wer ist in Bezug auf Größe, Stehvermögen und Ausdauer nur Durchschnitt und wer hat der Damenwelt etwas mehr zu bieten. Die Sprache ist natürlich von unserem mehr oder weniger kleinen Freund, dem Penis. Zunächst aber nochmal zur Gesundheit. Sexuell übertragbare Krankheiten nehmen zwar rein seitenzahlmäßig wenig Platz ein, aber Mann erfährt, was man wissen sollte. Der Prostata ist ein großes Kapitel gewidmet, so, wie sich dieses Organ im Alter vergrößert und praktisch jeden 2. Mann ab 50 zu quälen anfängt. Auch dem Alterungsprozess wird Rechnung getragen. Wie wirkt sich der im Alter veränderte Testosteronspiegel auf das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit des Mannes in allen Lebenslagen aus. Zurück zum Thema Penis: Ich bin beim Lesen des Buches den Eindruck nicht ganz losgeworden, dass sich die Studien zu dem, was Mann halt so hat, ebenso in den Kinderschuhen befinden, wir wir Männer es offensichtlich an Gesundheitsvorsorge mangeln lassen. Besteht da nicht vielleicht sogar ein Zusammenhang? Werden oder wurden wir Männer vielleicht zu selten mit urologischen Details konfrontiert? Wie dem auch sei, Prof. Reitz zitiert verschiedene „vergleichende“ Studien und was passiert, wenn … Zum Beispiel konnte ich mir als begeisterter Autofahrer ein hämisches Grinsen nicht verkneifen, als es um das Thema potenzschädigende Einflüsse des Fahrradfahrens und des Body Buildings ging. Prof. Reitz lässt keine Gelegenheit zur Ermahnung aus, den Urologen rechtzeitig und ab einem bestimmten Alter auch regelmäßig aufzusuchen. Nach der Lektüre kann man nicht anders, als sich dem anzuschließen. Mein Fazit: Absolut lesenswert – nicht nur für Managertypen (siehe Einband). Erschienen in labor&more.

Mittwoch, 9. November 2011

Harninkontinenz nach Prostataoperation

Der Harntrakt besteht aus Harnblase und Schliessmuskeln. Ein Netzwerk aus Nervenbahnen ermöglicht das Speichern von Harn unter Wahrung eines wasserdichten Verschlusses und die vollständige Entleerung der Blase. Jeder unfreiwillige Verlust von Harn ist eine Fehlfunktion des Harntraktes. Tritt ein Harnverlust beim Husten, Niesen oder unter körperlicher Belastung auf, so liegt eine Schwäche des Blasenverschlusses vor. Unter Belastung übersteigt der Blasendruck den Verschlussdruck des Schliessmuskels, und es kommt zum unfreiwilligen Harnabgang, einer sogenannte Belastungsinkontinenz.
Eine Operation der Prostata ist die häufigste Ursache für eine Belastungsinkontinenz des Mannes. Wenn der Schliessmuskel während der Operation beschädigt wurde und nicht mehr wasserdicht schliesst, kann es nach dem Eingriff zu einem unfreiwilligen Harnabgang kommen. Nach einer Ausschabung der Prostata ist eine dauerhafte Inkontinenz sehr selten. Nach der Totalentfernung der Prostata hingegen kann der Schliessmuskel beschädigt sein. Etwa 10 bis 20% der operierten Männer bemerken nach dieser Operation, zumindest vorübergehend, einen unwillkürlichen Harnverlust. Durch ein intensives Beckenboden- und Schliessmuskeltraining unter Anleitung des Arztes oder eines speziell ausgebildeten Physiotherapeuten gelingt es in den meisten Fällen, nach einigen Wochen oder Monaten eine Kontinenz zu erreichen. Eine medikamentöse Behandlung, zum Beispiel mit dem Wirkstoff Duloxetin, kann das Beckenbodentraining unterstützen.
Ein leichter ungewollter Harnverlust kann durch eine Unterspritzung der Harnröhrenwand behandelt werden. Hierbei wird unter lokaler Betäubung der Harnröhre eine zähflüssige Kunststoffmasse von innen in die Wand der Harnröhre gespritzt und damit die Abflussbahn eingeengt. Damit kann ein unfreiwilliger Harnverlust verhindert oder zumindest eingedämmt werden.
In den letzten Jahren wurden Harnröhrenbänder und Schlingen für Männer mit Belastungsinkontinenz entwickelt. Hintergrund ist die Beobachtung, dass sich die Harnröhre nach einer Prostataentfernung aus der Verankerung im Beckenboden lösen und absinken kann, und so der Verschlussmechanismus nicht mehr optimal funktioniert. Das Prinzip der Harnröhrenbänder besteht darin, ein Kunststoffband unter der Harnröhre zu platzieren und ihr so ein einer Hängematte ähnliches Widerlager zu schaffen. Diese Hängematte verhindert ein Absinken der Harnröhre beim Husten oder bei körperlicher Aktivität und sorgt so für einen verbesserten Verschluss.
Das Harnröhrenballon-System ist ein vollständig implantierbares System zur Wiederherstellung der Kontinenz nach einer Prostataoperation. Es besteht aus zwei zirka kirschgrossen Silikonballons, die mit einer Zuleitung verbunden sind. Die Ballons werden rechts und links der Harnröhre unmittelbar an ihrem Abgang aus der Blase platziert und mit Flüssigkeit gefüllt. Die Zuleitungen werden unter der Haut des Hodensacks abgelegt, so dass sie durch die Haut ertastet werden können. Nach der Implantation beginnt man, die Ballons schrittweise aufzufüllen. Mit zunehmender Füllung engen die beiden Ballons dann die Harnröhre ein und verbessern so die Kontinenz.
Eine Schliessmuskelprothese besteht aus drei Komponenten: einer Harnröhrenmanschette, einer Bedienpumpe und einem Ballon. Die Komponenten sind untereinander mit Silikonschläuchen verbunden und bilden eine in sich geschlossene und vollständig in den Körper implantierte Einheit. Die Manschette dient dem Verschluss der Harnröhre und sorgt dafür, einen ungewollten Harnverlust zu vermeiden. Zur Entleerung der Blase kommt ein Öffnungsmechanismus ins Spiel. Mit Hilfe einer Bedienpumpe kann die Flüssigkeit aus der Manschette gepumpt werden, der Druck auf die Harnröhre lässt nach und gibt den Weg frei für die gewollte Entleerung der Blase. Während der Entleerung der Blase fängt der Ballon die aus der Manschette abgeleitete Flüssigkeit auf und speichert sie für einen kurzen Moment. Der Ballon befindet sich direkt neben der Blase oder kann in den Bauchraum platziert werden, er wird zudem mit einem gewissen Überdruck gefüllt. Dieser Druck bewirkt, dass die Flüssigkeit nach dem Wasserlassen innerhalb von wenigen Minuten automatisch vom Ballon zurück in die Manschette strömt, und diese die Harnröhre wieder verschliesst.
Ein Beitrag von PD Dr. med. André Reitz, KontinenzZentrum Hirslanden Zürich auf derprostatatakrebs.ch

Montag, 10. Oktober 2011

Prostatakrebs - operieren ist besser als abwarten!

Nach wie vor ist der Nutzen einer Prostatakrebs-Früherkennung nicht unumstritten. In der Augustausgabe des New England Journal of Medicine berichten nun Wissenschaftler aus Schweden über die 15 Jahres-Ergebnisse einer Studie an 695 Männern mit Prostatakrebs im Frühstadium, die in den Jahren 1989 bis 1999 nach dem Zufallsprinzip entweder operiert oder lediglich weiter beobachtet wurden (das sogenannte Watchful Waiting). Die Ergebnisse der Studie nach 15 Jahren zeigen einen klaren Überlebensvorteil für Männer, die seinerzeit operiert wurden. Während 14,6% der operierten Männer am Prostatakarzinom verstarben, waren es in der Watchful Waiting Gruppe 20,7%. Um ein Leben zu retten, waren in der Gesamtgruppe 15 Operationen nötig, in der Gruppe der unter 65jährigen Männer lediglich 7 Eingriffe. Die Autoren um Dr. Anna Bill-Axelson von der Universität Uppsala betonen, dass die Daten kein zusätzliches Argument für ein PSA-Screening sind, aber einen klaren Nutzen der Behandlung des Prostatakrebs im Frühstadium zeigen. Details finden Sie hier.