Samstag, 19. April 2008

Praktisch 2 in 1. Potenzpillen lindern auch Prostatabeschwerden

Zwei Dinge sind lästig für den Mann ab 50: die nachlassende Erektion und das nun häufige nächtliche Wasserlassen, ersteres häufig Teil eines normalen Alterungsprozesses und letzteres auf einer wachsenden Prostata beruhend. Viele Männer in diesem Alter leiden an beiden Symptomen, die sich zu allem Übel auch noch gegenseitig verstärken. Kein Wunder, viermal nachts rauszumüssen, macht nicht nur müde, es lähmt auch die Lust und die erektile Performance. Bisher verschrieb der Urologe Potenzpillen für die Erektion und Alphablocker für die Prostata. Dies könnte sich in Zukunft ändern, denn in letzter Zeit mehren sich Berichte über die positive Wirkung von Potenzpillen auf den prostatabedingten Harndrang und das häufige nächtliche Wasserlassen. Viagra, Cialis und Levitra lassen über eine Hemmung des Enzyms Phosphodiesterase Muskelzellen im erektilen Schwellkörpergewebe erschlaffen und erleichtern so die Erektion. Darüber hinaus erreichen sie über den Blutweg auch die Prostata und entspannen dort feine Muselzüge im Drüsengewebe. Der Druck auf die Harnröhre und damit die Beschwerden lassen nach. Urologen um Christian Stief von der Ludwig-Maximilians-Universität München berichten im European Urology, dass Männer unter 10mg Vardenafil zweimal am Tag einen nachweisbar stärkeren Rückgang der irritativen und obstruktiven Beschwerden beim Wasserlassen erlebten als die Studienteilnehmer in der Placebogruppe. Nun folgenden Studien müssen klären, ob die Phosphodiesterase-Hemmer den derzeitigen Standardtherapien überlegen sind, denn schliesslich gilt es um den Faktor 20 höheren Therapiekosten zu rechtfertigen. Man darf gespannt sein, ob es demnächst DIE 2 in 1 Pille für den Mann ab 50 gibt.

Dienstag, 15. April 2008

Prostatakrebs mit Medikamenten vorbeugen?

Männliche Geschlechtshormone beeinflussen das Wachstum der Prostata und sind auch an der Entstehung und am Wachstum von Prostatakrebs beteiligt. Das hauptsächlich in den Hoden produzierte Testosteron gelangt auf dem Blutweg in die Prostata und wird dort durch das Enzym 5alpha-Reduktase in das um ein Vielfaches wirksamere Hormon Dihydrotestosteron umgebaut. Durch eine Hemmung des Enzyms erhofft man sich nun, Erkrankungen der Prostata positiv zu beinflussen. Die beiden ursprünglich für die Behandlung der gutartigen Prostatavergrösserung entwickelten Medikamente Finasterid und Dutasterid sind Hemmstoffe des Enzyms 5alpha-Reduktase und sollen den Umbau von Testosteron in das wirksamere Dihydrotestosteron unterdrücken und so das Wachstum der Prostata stoppen oder eine bereits zu grosse Prostata wieder schrumpfen lassen. Es existieren zwei Formen des Enzyms: Finasterid hemmt nur den Typ 1 während Dutasterid beide Formen Typ 1 und 2 unterdrückt. Donald J. Tindall und Roger S. Rittmaster aus der Mayo Clinic in Rochester gingen in der medizinischen Fachliteratur der These nach, ob Finasterid und Dutasterid auch die Entstehung und das Fortschreiten von Prostatakrebs verhindern können. Für Finasterid zeigt der „Prostate Cancer Prevention Trial” eine signifikante Senkung des Prostatakrebsrisikos über sieben Jahre. Dutasterid wird gegenwärtig in der REDUCE-Studie dahingehend untersucht, Ergebnisse werden im nächsten Jahr erwartet. Eine medikamentöse Hemmung des Enzyms 5alpha-Reduktase kann also zu einer Reduktion des Prostatakrebsrisikos führen und möglicherweise auch für bereits erkrankte Männer eine weitere Therapieoption sein, so die Urologen Tindall und Rittmaster (J Urol 2008 179(4):1235-42).

Mittwoch, 9. April 2008

Renaissance der Penisprothese

Für alles und jedes gibt es Prothesen: für Zähne, Augen, Arme, Beine und Brüste. Also warum nicht auch für den Penis, dachten sich die Amerikaner Scott und Small und entwickelten in den siebziger Jahren eine Penisprothese. In die Schwellkörper des Penis werden zylindrische Implantate aus Silikon eingepflanzt, die mit einem mit Flüssigkeit gefüllten Ballon und einer kleinen Pumpe verbunden sind. Der Ballon wird im Becken und die Pumpe wird im Hodensack versteckt, wo sie durch die Haut bedient werden kann. Ist der Penis schlaff, befindet sich die gesamte Flüssigkeit im Ballon. Um eine Erektion zu erreichen, betätigt man mit der Hand die Pumpe im Hodensack und pumpt so die Flüssigkeit vom Ballon in die Silikonzylinder. Diese Zylinder fassen je nach Grösse des Penis 50 ml bis 100 ml und sind in verschiedenen Längen erhältlich. Die hineingepumpte Flüssigkeit richtet die Zylinder in den Schwellkörpern auf und führt zu einer Erektion. Lange als letzte Möglichkeit bei Versagen aller anderer Behandlungen gedacht, erlebt die Penisprothese nun 10 Jahre nach Viagra eine Renaissance, von Jahr zu Jahr werden mehr Exemplare implantiert. Im Jahre 2002 wurden allein in den USA 25 700 eingebaut, in Europa waren es 5400, davon 325 in Deutschland. Das ist eine Menge, immerhin kostet ein Exemplar rund 7000 Euro. Allerdings sind 85% der Männer und deren Partnerinnen mit der Penisprothese zufrieden, so hohe Zufriedenheitswerte erreicht keine andere Therapie der Erektionsstörung.

Dienstag, 8. April 2008

Operation bei Prostatakrebs – alte oder neue Methode?

Das Prostatakarzinom ist der häufigste bösartige Tumor des Mannes, entsprechend häufig wird die Operation der radikalen Prostataentfernung empfohlen und vorgenommen. Neben der klassischen Operationsmethode durch einen Schnitt im Unterbauch erprobte man in den letzten Jahren auf zwei neue Verfahren: die laparoskopische und die laparoskopisch-roboterunterstützte Operation. Die Doktoren Parsons und Bennett von der University of California in San Diego verglichen nun die Ergebnisse nach den verschiedenen Methoden der radikalen Prostataentfernung bei 3839 Patienten in einer Meta-Analyse (mehrere Studien werden nach bestimmten Kriterien zusammen analysiert). Demnach waren der Blutverlust und das Risiko für eine Bluttransfusion bei den neueren Verfahren geringer als bei der klassischen Methode, während das Risiko von im Körper verbleibenden Krebszellen vergleichbar war. Ein Jahr nach der Operation fanden sich bei allen drei Methoden keine siginifikanten Unterschiede in den Kontinenz- und Potenzraten (Urology 2008 in press). Bei allem Optimismus kommt es aber auf die individuelle Expertise des Operateurs an! Siehe auch Post „Prostatakrebs - der Operateur entscheidet“.

Mittwoch, 2. April 2008

Es lebe der Sport

Männer mit Übergewicht sind häufiger von einer Erektionsstörung betroffen als normalgewichtige Männer. Vor dem Einsatz erektionsfördernder Medikament wird eine Reduktion des Übergewichtes empfohlen: durch eine Diät, körperliche Betätigung oder noch besser beides. Bei vielen Männern stellt sich mit einer Normalisierung des Gewichtes auch die Erektion wieder ein. Der Urologe Michael J. Mathers berichtete auf dem Europäischen Urologenkongress über eine Studie zum Thema. 92 übergewichtige Männer mit Erektionsstörung wurden auf drei Gruppen verteilt: die Diät-Gruppe versuchte durch veränderte Essgewohnheiten Gewicht abzubauen und die Sport-Gruppe durch körperliche Betätigung. Beide Gruppen wurden mit einer Kontrollgruppe mit unverändertem Lebenswandel verglichen. Diät und Sport senkten das Gewicht und verbesserten die Erektion. Dennoch war die Gewichtsreduktion durch Sport der durch Diät überlegen, die Männer dieser Gruppe waren schlanker, fitter und potenter. Es lebe der Sport.