Neues zum Thema Tomate und Prostata. Carotinoide sind natürliche Farbstoffe, die in Pflanzen und Lebewesen eine rötliche Färbung hervorrufen. Die bekanntesten Carotinoide sind das in Karotten vorkommende Beta-Carotin und das Lycopin, das eben Tomaten die typisch rote Farbe verleiht. Im menschlichen Körper wirken beide Carotinoide als Antioxidans und schützen die Zellen vor freien Radikalen. Die anfängliche Euphorie, mit Lycopin Prostatakrebs vorbeugen zu können, wurde in letzter Zeit gedämpft. Silke Schwarz von der Universität Hohenheim aus Stuttgart (J Nutr 2008, 138(1)49-53) beleuchtete nun den Effekt von Lycopin auf das Fortschreiten einer gutartigen Prostatavergrößerung. Vierzig Männer mit vergrößerter Prostata wurden nach dem Zufallsprinzip auf zwei Gruppen verteilt. Während die erste Gruppe 15mg Lycopin pro Tag erhielt, nahmen die Männer der zweiten Gruppe ein Placebo-Präparat. Nach sechs Monaten wurden beide Gruppen verglichen. Bei den Männern unter Lycopin-Einnahme waren nicht nur der PSA-Wert und die Größe der Prostata rückläufig, sondern auch die Symptome gemessen am IPSS (Internationaler Prostata-Symptomen-Score) deutlicher gebessert als in der Placebogruppe. Lycopin, so die Autoren, scheint also das Fortschreiten einer gutartigen Prostatavergrößerung zu hemmen. Auch wenn der endgültige Wirkungsnachweis noch fehlt, so kann doch bedenkenlos zu einer Extraportion Tomaten geraten werden, und zwar nicht nur für das Wohlergehen der Prostata.
Dienstag, 29. Januar 2008
Hot Tomato Stuff
Neues zum Thema Tomate und Prostata. Carotinoide sind natürliche Farbstoffe, die in Pflanzen und Lebewesen eine rötliche Färbung hervorrufen. Die bekanntesten Carotinoide sind das in Karotten vorkommende Beta-Carotin und das Lycopin, das eben Tomaten die typisch rote Farbe verleiht. Im menschlichen Körper wirken beide Carotinoide als Antioxidans und schützen die Zellen vor freien Radikalen. Die anfängliche Euphorie, mit Lycopin Prostatakrebs vorbeugen zu können, wurde in letzter Zeit gedämpft. Silke Schwarz von der Universität Hohenheim aus Stuttgart (J Nutr 2008, 138(1)49-53) beleuchtete nun den Effekt von Lycopin auf das Fortschreiten einer gutartigen Prostatavergrößerung. Vierzig Männer mit vergrößerter Prostata wurden nach dem Zufallsprinzip auf zwei Gruppen verteilt. Während die erste Gruppe 15mg Lycopin pro Tag erhielt, nahmen die Männer der zweiten Gruppe ein Placebo-Präparat. Nach sechs Monaten wurden beide Gruppen verglichen. Bei den Männern unter Lycopin-Einnahme waren nicht nur der PSA-Wert und die Größe der Prostata rückläufig, sondern auch die Symptome gemessen am IPSS (Internationaler Prostata-Symptomen-Score) deutlicher gebessert als in der Placebogruppe. Lycopin, so die Autoren, scheint also das Fortschreiten einer gutartigen Prostatavergrößerung zu hemmen. Auch wenn der endgültige Wirkungsnachweis noch fehlt, so kann doch bedenkenlos zu einer Extraportion Tomaten geraten werden, und zwar nicht nur für das Wohlergehen der Prostata.
Montag, 28. Januar 2008
Ein blaues Wunder
Fast auf den Tag 10 Jahre ist es her, dass die Potenzpille Viagra der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Es begann alles mit einem Zufall: 1989 testete der Pharmakonzern Pfizer den neuen Wirkstoff Sildenafil an Patienten mit einer Verengung der Herzkranzgefässe. Die Wirkung am Herzen war so enttäuschend, so dass man sich zum Abbruch der Studie entschloss. Die beteiligten Patienten waren darüber weniger erfreut, nähere Nachforschungen ergaben, dass viele der Patienten mit dem Medikament eine Verbesserung der Erektionsfähigkeit bemerkt hatten. Nach dieser Zufallsentdeckung behandelte man 1994 erfolgreich Patienten mit einer Erektionsschwäche mit Sildenafil, erfand die Marke Viagra, und der Rest ist bekannt. Erste mediale Aufmerksamkeit erlangte Viagra durch den Bob Dole, den amerikanischen Präsidentschaftskandidaten des Jahres 1996. Nach der Operation einer Prostatakrebs an Impotenz leidend, testete der Viagra und sprach in der Talkshow von Larry King von einem Wunder. Selten wurde eine Werbekampagne zur Markteinführung eines Medikamentes ein solcher Selbstläufer, innerhalb kurzer Zeit stieg der Bekanntheitsgrad der Marke auf über 80%, nicht zuletzt auch wegen des Medien-Hype um Viagra. Dessen Spektrum erstreckte sich von überschwänglicher Euphorie (die Bild-Zeitung schrieb von einer Sex-Revolution) bis zu tiefer Dyphorie bei Todesfällen im Zusammenhang mit der Einnahme von Viagra und anderen Medikamenten. International spannte man selbst Fussballstar Pelé für die Marketingschlacht ein. Vor allem aber bewirkte die Präsenz des Themas in den Medien eines, die Enttabuisierung der Erektionsstörung. Allerdings schien es plötzlich so, als sei jeder zweite Mann impotent, selbst erfahrene Urologen waren von der sich epidemieartig ausbreitenden „Volkskrankheit“ Impotenz überrascht. Heute werden in der Schweiz monatlich 100 000 Tabletten verkauft, das ist der dritthöchste Pro-Mann-Verbrauch in Europa, nur Briten und Finnen konsumieren mehr. Längst ist das Medikament zum Lifestyle-Produkt geworden, und auch Männer ohne Erektionsproblem greifen immer öfter zu den blauen Pillen.
Donnerstag, 24. Januar 2008
Über den Männer-Jungbrunnen
Die männlichen Wechseljahre sind gerade in aller Munde, nach dem Wunsch pharmazeutischer Unternehmen insbesondere in Tablettenform. Dabei ist durchaus unklar, ob manche oder gar alle Männer ab 40 eine solche Hormonumstellung verbunden mit Beschwerden durchleben. Auch unter Wissenschaftlern besteht weithin Uneinigkeit. Anfang des 20. Jahrhunderts schrieb der Berliner Nervenarzt Kurt Mendel über das „Climacterium virile“, von dem er glaubte, dass es sich um eine Erkrankung des Nervensystems handelte. Später nahm man an, dass die Keimdrüsen des Mannes im Alter weniger „innere Sekrete“ bilden und so einen Rückgang der allgemeinen (einschließlich der sexuellen) Leistungsfähigkeit zu beobachten sei. Dies gipfelte sogar in der Schlussfolgerung des Wiener Physiologen Eugen Steinach: „Ein Mann ist so alt wie seine Keimdrüsen“. Den Mann rein als Sklaven seiner Hormone zu betrachten - eine aus heutiger Sicht eindimensionale Sichtweise. Schon in den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts brachten die Pharmafirmen CIBA (Androstin) und Schering (Proviron) Medikamente gegen Wechseljahresbeschwerden auf den Markt, ohne sonderlichen Erfolg. Proviron, ein synthetisches Androgen, hingegen erlebt seit den siebziger Jahren eine Renaissance in der Bodybuilding-Szene. Die ersten künstlichen Testosteon-Präparate, seit dem Ende der 1930er Jahre verfügbar, wurden gegen klimakterische Beschwerden bei Männern eingesetzt. Hauptproblem, gestern wie heute, ist eine genaue Definition der Andropause des Mannes. Während einige Männer mit tiefem Testosteronspiegel im Blut erhebliche Beschwerden haben können und von einer Hormongabe profitieren, haben andere mit ähnlich tiefem Testosteron überhaupt keine Probleme und fühlen sich wohl und kerngesund. Trotz des Fehlens klarer Daten und Richtlinien propagieren Pharmakreise in letzter Zeit wieder den medikamentösen Männer-Jungbrunnen, meist als Kombination von erektionsfördernden Substanzen und einer Testosterontherapie. Ohne fundierte Daten, wohl aber mit vollmundigem Marketing wird versprochen, das Rad des Lebens zurückzudrehen. Ein schwindender Bauch, gestärkte Muskeln, sexuelle Potenz, geistige Vitalität und gar eine Sanierung des Herz-Kreislauf-Systems werden als Erfolge einer Testosterontherapie angepriesen. Völlig außer Acht lässt man, daß saubere Daten aus qualitativ hochwertigen Studien fehlen. Dem Wunsch vieler Männer auch im Alter fit und leistungsfähig zu sein, wird mit einer intensiven Forschung auf dem Gebiet der Männergesundheit Rechnung getragen. Studien zum Einfluss einer Testosterontherapie auf das Herz-Kreislaufsystem, den Knochen- und Muskelapparat, den Stoffwechsel, die Psyche und die allgemeine Lebenserwartung sind unterwegs und werden ungeduldig erwartet. Bis dahin ist Zurückhaltung angeraten, schliesslich hat die Therapie auch Risiken und Nebenwirkungen.Montag, 14. Januar 2008
Das Aus für die Pille für den Mann
Jahrzehntelang hatte man geforscht und das Ziel bereits vor Augen – die Pille für den Mann. Die Pharmafirma Schering testete in den letzten Jahren ein System, das auch Männern das Verhüten erlauben sollte. Eine in den Oberarm implantierte Kapsel gibt dabei ständig eine geringe Menge des Hormons Gestagen in die Blutbahn ab, das in den hormonellen Steuerkreis zwischen Hirnanhangsdrüse und Hoden eingreift, die Produktion des männlichen Geschlechtshormons Testosteron hemmt und so die Produktion von Spermien in den Hoden blockiert. Da nun aber Testosteron für den männlichen Organismus von einiger Bedeutung ist, so für die Libido, den Drive im Leben und die Muskelkraft, führte man den Studienteilnehmern künstliches Hormon mit einer Drei-Monats-Depotdosis zu. Die Ergebnisse der Studie ermutigten Schering eine umfangreiche Erprobungsstudie zu planen, deren Ergebnisse zu einer Markteinführung des Systems im Jahre 2010 führen sollten. Dann aber kam die Übernahme von Schering durch Bayer, und hier hatte man überhaupt keine Lust mehr auf das Projekt und stoppte die Forschung und Entwicklung. Zwar ist die Gestagen/Teststeronmethode relativ frei von Nebenwirkungen, nach einer gewissen Zeit wieder umkehrbar und einigermassen kostengünstig, sie hat jedoch einige Schwächen. So dauert es rund zwei Monate bis die Wirkung verlässlich vorhanden ist, und nach Entfernen des Gestagen-Implantates dauert es ebenfalls etwa zwei Monate bis der betreffende Mann wieder voll zeugungsfähig ist. Dennoch ist diese Methode die im Moment erfolgversprechenste, nach dem Rückzug der Industrie jedoch ist ein markttaugliches Produkt wieder in weite Ferne gerückt. Für verhütungsbewusste Männer bleibt die old school: das gehassliebte Präservativ als temporäre und die Unterbindung als definitive Lösung.
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